Sie sind eine ungewöhnliche Familie, ein kleines, eingeschworenes Team, fest verwurzelt in Illmitz am Neusiedler See und zugleich international weit vernetzt: Gerhard Kracher, der energiegeladene Jungchef, der das Weingut nach dem vorzeitigen Tod des Vaters 2007 übernommen hat und mit Schwung und Dynamik weiter führt. Michaela Kracher, die Mama, die an hektischen Tagen den Überblick behält. Und Alois Kracher, der Großvater mit dem langen Gedächtnis und der intimen Kenntnis der Weingärten und Terroirs.
Die Weine aus dem Weinlaubenhof stellen längst eine Klasse für sich dar. Kaum ein anderer Süßwein kann auf derart hohe Bekanntheit weltweit verweisen, nur wenige erreichen ähnlich hohe und konstante Bewertungen. Kracher ist weltweit zum Synonym für edelsüße Weine in höchster Vollendung geworden.
Der Regisseur: Gerhard Kracher, Jahrgang 1981
Wer ein solches Erbe antritt, muss zwangsläufig viele gegensätzliche Eigenschaften in sich vereinen. Seit 2007 leitet Gerhard Kracher das Weingut, das sein Großvater aufgebaut und sein Vater weltberühmt gemacht hat. Gerhard ist jung, aber zugleich ein erfahrener „alter Hase“ in Keller und Weingarten. Er ist ein echter Burgenländer, dem Seewinkel eng verbunden, zugleich aber ein weltoffener Globetrotter, der die kalifornische Küche und die südfranzösische Lebensart liebt. Er weiß, was er der Tradition seines Hauses schuldig ist, und blickt dennoch stets nach vorn, immer auf der Suche nach neuen Ideen, neugierig gegenüber neuen Trends und Innovationen.
Gerhard Kracher hat eine betriebswirtschaftliche Ausbildung absolviert und arbeitet seit 2001 vollberuflich im Betrieb der Familie. Schritt für Schritt übernahm er in dieser Zeit die Verantwortung in einzelnen Märkten, repräsentierte das Weingut auf internationalen Veranstaltungen und sammelte wichtige Erfahrungen beim Distributionspartner in den USA.
Die Mama: Michaela Kracher, Jahrgang 1961
Bei ihr laufen alle Fäden zusammen. Sie behält den Überblick über den übervollen Terminkalender, koordiniert die Bestellungen und den Export der Kracher-Weine und sorgt für einen reibungslosen Ablauf am Weingut.
Der Vater: Alois Kracher jun., 1959 – 2007
Der „Luis“ war einer der großen Visionäre des Weinbaus, Speerspitze des „österreichischen Weinwunders“ der 1990er Jahre und Motor der weltweiten Renaissance der Süßweine. Die gesamte Weinwelt trauerte um den Luis bei seinem frühzeitigen Tod. Der gelernte Chemiker begann seine Berufslaufbahn ursprünglich in der Pharmabranche: Mit 30 trat er in das Weingut des Vaters ein, übernahm das Ruder – und kreierte in der Folge einen neuen Dessertweinstil, bei dem Frucht, Finesse und Balance wichtiger sind als bloße Süße. Mit dem Jahrgang 1991 machte Alois Kracher erstmals international Furore, bald wurde sein Name vor allem in Amerika zum Synonym für Kult-Süßweine. Einfach nur außergewöhnliche Beeren- und Trockenbeerenauslesen zu keltern, war ihm aber nicht genug. In unermüdlicher Innovationslust fand er immer neue Produkte rund um die edlen Süßweine – vom Blauschimmelkäse über Traubengelee, Tresterbrand und Essig bis zur Schokolade. Er knüpfte Freundschaften zwischen China und Kalifornien und war unermüdlich auf der ganzen Welt als Botschafter österreichischen Genusses unterwegs. Mehr über Alois Kracher jun.
Der Großvater: Alois Kracher sen., Jahrgang 1928
Der Großvater war auf seine Weise ebenfalls ein Pionier, der das Potenzial der Region vor den meisten anderen erkannte. Alois senior kelterte hochwertige Süßweine aus edelfaulen Trauben bereits zu einer Zeit, wo das im Seewinkel noch alles andere als selbstverständlich war. Noch heute schaut der Großvater regelmäßig auf die Weingärten, kennt jeden Rebstock und die Anforderungen jeder Parzelle.



